Sauerländer Tagesmütter lernen Babyzeichensprache

Bild des Benutzers Claudia Spelz

Für Tagesmütter ist es manchmal nicht leicht, ihre Sprösslinge zu verstehen. Gerade die Ein- bis Zweijährigen können ihre Bedürfnisse mit Worten noch nicht so gut mitteilen. Wie Babyzeichen den Alltag mit Kleinkindern erleichtern, lernten 16 Tagesmütter aus dem Sauerland während eines zweitägigen Fachseminars.

Sie waren zum Teil neugierig, zum Teil auch skeptisch, was es mit der Babyzeichensprache auf sich hat. Die Rede ist von 16 Tagesmüttern aus Meschede, Hallenberg, Medebach, Schmallenberg, Brilon und Eslohe. Sie alle nahmen beim Tagesmütterverein in Meschede an einem Fachseminar über Babyzeichensprache teil. Zu Beginn ging es um die Grundladen. Die Tagesmütter erfuhren, dass bei der Babyzeichensprache einfache Handzeichen parallel zur normalen Sprache benutzt werden, um Gegenstände, Zustände und Gefühle aus dem Babyalltag zu beschreiben. „Ähnlich wie beim winke-winke, das man Babys immer wieder als Abschiedsgeste zeigt, ahmen die Kleinen auch viele weitere Handzeichen nach, wenn Eltern und Betreuer diese ihren Babys immer wieder zeigen“, erklärte die Referentin Mareike Dorda aus Sundern, selbst Mutter von drei Babyzeichenkindern.

„Viele Zeichen machen wir ohnehin schon beim Reden wie den Finger vor der Mund halten, wenn wir ,leiseʻ sagen, oder den Bauch reiben, wenn etwas lecker schmeckt. Auch zeigen wir mit dem Finger auf etwas oder winken jemanden heran, wenn er kommen soll. Vielen ist gar nicht bewusst, wie viele Gesten wir unterbewusst schon im Alltag verwenden.“
Babys können meist mit sechs bis neun Monaten winke-winke machen, aber noch nicht „Tschüss“ sagen. Auch können Sie schon mit dem Finger auf etwas zeigen. Ab diesem Alter können Babys auch einfache Handzeichen für Hunger, Schnuller, Buch oder Ball nachahmen und somit ihre Bedürfnisse ausdrücken. Denn die Motorik der Hände ist schneller entwickelt als die, die zum Sprechen benötigt wird. „Viele
denken, dass Babyzeichen das Sprechen ersetzen. Das stimmt nicht, denn ich nutze die Zeichen immer parallel zur Sprache. Dadurch überbrücken die Handzeichen nur das Stadium des Nicht-Sprechens“, so die Referentin weiter. Sobald die Kinder das Wort sprechen können, verliert sich das Zeichen von ganz alleine. Und durch die Zeichen lernen die Babys oftmals viel früher sprechen. Auch helfen die Handzeichen
Kindern, denen das Sprechen lernen schwer fällt.

Ihren Ursprung fand die Babyzeichensprache bereits in den 1980er Jahren in den USA, wo sie als vereinfachte Form der Gebärdensprache entwickelt wurde. Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass hörende Kinder gehörloser Eltern mithilfe von Gebärden weitaus früher kommunizierten als ihre Altersgenossen ohne hörgeschädigten Elternteil. In Deutschland sind Kurse in Babyzeichensprache noch relativ neu, in den USA, England und Skandinavien sind sie bereits fester Bestandteil für junge Eltern, Au Pairs und Fachkräfte.

Den Tagesmüttern können die Babyzeichen den Alltag erleichtern. Denn viele der Sprösslinge können zwar Vieles verstehen, aber noch nicht sprechen, wenn sie das erste Mal zur Tagesmutter kommen. Mareike Dorda übte mit den Frauen im ersten Teil des Seminars über 50 Babyzeichen, die den Alltag erleichtern. Darunter Zeichen wie essen, trinken und müde, aber auch Zeichen für warte, noch mehr oder Windeln
wechseln.
Nach dem ersten Teil des Seminars hatten die Tagesmütter zwei Wochen Zeit, um die Zeichen im Alltag umzusetzen und auftretende Fragen zu sammeln. Im zweiten Teil ging es dann um den Erfahrungsaustausch und darum, weitere Zeichen für den Alltag mit den kleinen Sprösslingen zu lernen.
Tagesmutter Petra Daum aus Schmallenberg-Walbecke berichtete, dass sie bereits erste Erfolge mit den Zeichen hatte: Eines ihrer Tageskinder, das sich mit fast eineinhalb Jahren mit dem Sprechen lernen schwer tat, macht jetzt immer das Babyzeichen für trinken, wenn es Durst hat. Auch falle es ihm jetzt leichter, das Wort zu sprechen. Petra Daum setzt die Babyzeichen vor allem beim Singkreis, beim
Bücher lesen und natürlich für alltägliche Dinge ein.
Auch Tagesmutter Iris Rademacher aus Eslohe konnte schon gute Erfahrungen mit den Babyzeichen sammeln. Bei ihrem einjährigen Sohn sowie den Tageskindern stehen vor allem die Zeichen für essen, trinken, spielen und Musik hoch im Kurs. Auch die Verständigung mit einem über zweijährigen Kind mit Down Syndrom, das zu ihr zur Tagespflege kommt, ist dank der Babyzeichen möglich. „Die Kinder schauen mich aufmerksamer an, wenn ich rede und versuchen die Zeichen nachzuahmen“, hat die 31-Jährige beobachtet.

Die anfängliche Skepsis bei einigen Tagesmütter hat sich schnell gelegt. Alle waren sehr motiviert, den Betreuungsalltag mit Babyzeichen zu bereichern. Um weitere Zeichen zu lernen und sich über die Erfahrungen auszutauschen, planen die Tagesmütter ein weiteres Babyzeichenspracheseminar im Frühjahr.

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Kindermund

Bild des Benutzers Camilla Leithold

Das tolle an den Babyzeichen ist ja, dass Sie den Kindern die Möglichkeit geben uns schon ganz früh an ihre Hand zu nehmen und uns Dinge zu zeigen, die für unsere Augen schon lang unsichtbar geworden sind. Eines Morgens stand mein 14 Monate alter Sohn vor dem Regal im Flur und zeigte "Mond", eines seiner Lieblingszeichen. Ich schaute genauer hin und sah ihn dann auch, den Mond. Ihr auch? (Schaut mal aufs Astloch!)
Ich erinnerte mich daran, dass ich als Kind auch ewig lang meine Kinderzimmertapete betrachten konnte, immer wieder neue Figuren und Szenen in der bunten Tapete entdecken konnte. Habt ihr auch so eine Erinnerung an eure Kindheit?
Viel Freude mit den Babyzeichen und den Entdeckungen Eurer Kinder wünscht Euch Camilla

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Symposium zur Kinder- und Jugenstimme: Bach - mit den Augen hören

Bild des Benutzers Vivian König

Wir sind stolz auf unsere Leipziger Babyzeichen Kursleiterin Susanne Haupt, die hier beim SING AND SIGN Projekt zu "BACH - mit den Augen hören" federführend ist.... Im Chor dabei sind auch aktive und ehemailige Thomaner. Ein toller musikalischer Beitrag, mit dem Gebärdensprache zu noch mehr Wahrnehmung und Anerkennung kommt, denn Worte allein haben Kraft, Musik verstärkt diese Kraft, kommen dann noch die entsprechenden, wunderbar ästhetischen Gebärden hinzu, wird Musik plötzlich dreidimensional, was kraftvoller und intensiver nicht sein kann. Ein barrierefreies Musikerlebnis für alle Sinne! Viel Erfolg Euch beim Leipziger Symposium zur Kinder- und Jugendstimme 2019!

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Neue Kursorte im Zwergensprache-Land

Bild des Benutzers Vivian König

Wir freuen uns über begeisterte neue Zwergensprache-Kursleiterinnen für unsere Babykurse und Workshops sowie Fachseminare. Neu im Team dabei sind Heike Schulz aus Düsseldorf, Rubi Richter aus Jena, Manuela Kristen-Gebauer aus Pirna und Sabine Streubel aus Dresden. Diese und weitere Kursorte findet Ihr unter www.babyzeichensprache.com

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Neuerscheinung: "Was dein Baby dir sagen möchte"

Bild des Benutzers Vivian König

Es ist soweit: heute erscheint unser neuestes Buch "Was dein Baby dir sagen möchte"!
Mit einem bunten Info-Mix für junge Eltern rund um Babyzeichen, Dunstan Babylauten, Mimik, Gestik und kindlicher Sprachentwicklung kannst Du Dein Baby von klein auf besser verstehen und einfühlsam begleiten.
Vivian Königs umfangreicher, brandneuer Ratgeber aus dem Humboldt-Verlag ist ab sofort im Buchhandel, bei Amazon, allen Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitern oder auf https://babyzeichensprache.com/buchbest.php erhältlich.

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übrige Erdnüsse Bastelidee

Bild des Benutzers Sabrina Reber

Wer kennts: gefühlte 1000 Erdnüsse sind noch von Weihnachten übrig....Für die etwas grösseren Zwerge habe ich heute eine lustige Bastelidee zur Verwertung dieser Nüsschen. Die Löcher habe ich mit einer Stricknadel vorgebohrt und die Kinder haben die Nüsse auf Draht aufgefädelt. Wenn der Draht leer gefressen ist, wird er natürlich wieder verräumt.
Habe ich auf der Facebook Seit von Zwergensprach Schweiz gefunden, Beitrag vom Februar 2018 :) 

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Hüpfburgparty

Bild des Benutzers Bettina Bier

Unsere große Tochter wird zwar bald 4, aber auch sie nutzt die Babyzeichen noch - vor allem heute bei der Hüpfburgparty des Vereins 'Das kunterbunte Kinderzelt' in einer Mehrzweckhalle. Gut zehn verschiedene Hüpfburgen sind hier aufgebaut - ein echtes Kinderparadies! Und natürlich ist die Lautstärke entsprechend... man versteht kaum das eigene Wort. Doch bei uns klappt die Kommunikation trotzdem auch auf Distanz einwandfrei - Lynn wird auf der großen Hüpfburg von einem Jungen umgehüpft, sucht sofort Blickkontakt und ich frage mit Gebärden: "Hast du dir WEH GETAN?" Sie schüttelt mit dem Kopf. Einige Zeit später sage ich mit meinen Händen: "Jetzt ist aber langsam SCHLUSS. Wir müssen zum AUTO und NACH HAUSE." Sie schaut enttäuscht und sagt: "Darf ich BITTE noch MEHR HÜPFEN?" Ich nicke, weil sie so viel Spaß hat. Genauso frage ich sie später, ob sie etwas ESSEN möchte und sie sagt mir, dass sie DURST hat (Zeichen für TRINKEN). Die eine große Hüpfburg mit der Rutsche dran sieht erst verlockend aus, doch auf der Hälfte beim Hochklettern sucht Lynn meinen Blick, sie klopft sich für die anderen Kinder unbemerkt auf die Brust - sie hat ANGST. Ich komme zu ihr und rufe: "Los, wir essen was, komm wieder runter." Sie hüpft strahlend in meine Arme. Beim Essen schauen wir uns an und machen fast gleichzeitig das Zeichen, denn wir sind uns einig: "Hier ist es ganz schön LAUT." :-)

Sicher haben wir viele interessierte Blicke auf uns gezogen, aber das ist uns gar nicht aufgefallen. Die ungestörte Kommunikation mit Babyzeichen und die einzigartige Verbindung, die man damit aufbaut, schenkt uns auch nach über 3 Jahren noch tolle Erlebnisse und ein einfacheres Miteinander. Danke*

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