DGS

Internationale Urlaubsverständigung mit Gebärden

Die Benutzung von Gebärden bzw. Babyzeichen eröffnet wahrlich neue Horizonte, wie es die Schilderung unserer Kollegin aus Hannover, Larissa Lönneke hier für uns zusammen getragen hat:
 
"Die meisten Menschen, mit denen ich über Gebärden spreche, sind wirklich überrascht, dass es da internationale Unterschiede gibt. Es sieht natürlich für Außenstehende total gleich aus, was Gehörlose da mit ihren Händen gestikulieren. Ebenso, wie sich manche fremde Sprachen in unseren Ohren gleich anhören, obwohl sie in Wirklichkeit sehr verschieden sind. Wenn ich dann noch erwähne, dass es sogar innerhalb Deutschlands verschiedene Gebärden für ein Wort gibt, wie Dialekte eben, ist das Erstaunen noch größer. Manche Kursteilnehmer sind dann etwas enttäuscht, dass sie die gelernten Babygebärden nicht darüber hinaus benutzen könnten – doch das stimmt so auch wieder nicht. Denn wirklich viele Zeichen sind eine logische Verbildlichung, „essen“ und „schlafen“ zum Beispiel. Man spricht dann auch von ikonischen Gesten und Gebärden und benutzt sie sogar intuitiv bei dem Versuch sich zu verständigen, wenn das Gegenüber eine andere Sprache spricht.
 
Und da haben Gehörlose untereinander tatsächlich einen Vorteil.
 
Ich erinnere mich an einen Sommerurlaub als Kind mit meinen gehörlosen Eltern an der norddeutschen Küste. Zufällig trafen wir im Restaurant Gehörlose aus Amerika. Und trotz der verschiedenen Gebärdensprachen, konnten wir uns gut verstehen. Durch die gewohnte „bildliche Art“ zu denken, ließen sich viele Gebärden aus dem Zusammenhang leicht vermuten. Wenn etwas unklar war, wurde es einfach umschrieben – und schon hat man das jeweilige neue Zeichen dazu gelernt."
 
Damit wünschen wir allen Blog-Lesern tolle Ferien und Urlaub in den kommenden Wochen und hoffen es gibt viele bereichernde Momente mit Menschen aus Nah und Fern!
 

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Sprache - Welt der Worte, Zeichen, Gesten

Schön war es: Im Rahmen des Regionalgruppen-Treffens unseres Sachsen-Teams waren gestern einige Zwergensprache-Kolleginnen gemeinsam im Dresdner Hygiene-Museum zur Ausstellung "SPRACHE - Welt der Worte, Zeichen, Gesten". Diese läuft noch bis 20. August. Neben dem Spracherwerb von Babys, gab es viele Infos auch zur Gebärdensprache, Körpersprache und Mehrsprachigkeit. Besonders gefiel uns: die Texte der meisten Exponate werden auch mit Gebärden-Videos erklärt!

Und könnt Ihr auf dem Foto das Wort im Fingeralphabet der DGS entziffern?

 

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Zwergensprache in Form von Hausgebärdensprachkursen wenn die Lautsprache ausbleibt

Hallo :)
Ich möchte euch heute von meiner Arbeit als Dozentin für Hausgebärdensprachkurse für CI implantierte Kinder berichten bei denen die gewünschte Lautsprache ausbleibt.
Wenn man sich als Eltern für ein CI entscheidet ist das leider nicht wie oft durch Ärzte dargestellt das Allheilmittel, sondern keiner kann einem die Garantie geben, dass das Kind auch wirklich nach der Implantation hört, geschweige denn versteht und/oder spricht.
Eltern bei deren Kinder die erwünschte Lautsprache ausbleibt können für ihr Kind einen Antrag auf einen Hausgebärdensprachkurs beim zuständigen Sozialamt (Fachstelle Eingliederungshilfe) stellen. Für sie selber muss der Antrag auf einen Hausgebärdensprachkurs beim Jugendamt als "Hilfe zur Erziehung" eingereicht werden (weil was nützt es dem Kind wenn es dann gebärden kann, aber keine Kommunikation mit den wichtigsten Menschen in seinem Leben stattfindet weil diese nicht gebärden können?!).

Ich arbeite nun seit ca. einem halben Jahr mit einem fast 5 jährigen Jungen, der seit Geburt taub ist und im Alter von 2 Jahren zwei CI's (Cochlea Implantate) bekommen hat. Da bei ihm die Lautsprache fast komplett ausgeblieben ist kann man sich das sprachliche Niveau wie bei einem Einjährigen vorstellen und da eignen sich die Babyzeichen perfekt. :) Wir spielen, basteln, raufen, streiten und knuddeln zusammen. Ich habe zwar immer etwas vorbereitet was ich mit dem Jungen während einer Einheit von 2 Zeitstunden arbeiten möchte, jedoch bestimmt letztendlich das Kind was gemacht wird. Vieles ergibt sich auch aus der Situation heraus.

Die Eltern des Jungen haben sich bewusst gegen DGS (Deutsche Gebärdensprache) und für meinen Kurs in LBG (Lautsprachlich begleitende Gebärden) entschieden, weil das Ziel ganz klar der Lautspracherwerb ist was bei DGS aufgrund einer völlig anderen Grammatik so gar nicht möglich wäre. Das heißt: Während ich mit dem Junge spreche begleite ich alles mit Gebärden, dadurch spreche ich automatisch langsamer und deutlicher. Wendet man DGS an, kann man währenddessen nicht sprechen da es eine eigenständige Sprache mit eben einer eigenen Grammatik ist. Die Gebärden an sich sind natürlich identisch, genauso wie eben die Zeichen aus unseren Zwergensprache-Kursen.

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Neuerscheinung: Hip Hip Hurra - unser Papp-Bilderbuch „Tiere aus dem Zoo“ ist da!

In diesem nunmehr dritten Band der Reihe „Mit Babyzeichen die Welt entdecken“ geht es mit einem Affen auf Entdeckungstour zu den „Zootieren“.
Mit den 20 altersgerecht ausgewählten Gebärden auf Basis der Deutschen Gebärdensprache (DGS) werden die Reime und Bilder für die Kleinsten anschaulich und Schlüsselworte leichter verständlich. Die Gucklöcher wecken die Neugier der Kinder und fokussieren auf das wesentliche Element der Gebärde und des Begriffes (z.B. beim Elefanten den Rüssel).
Am Ende des Buches finden Eltern die Möglichkeit, zu den 20 mit Kinderfotos vorgestellten Gebärden auch jeweils ein Video abzurufen, um so die Handzeichen gut nachvollziehen zu können.
Preis: Euro 8,99 / CHF 12,00     Seiten: 22 / Format: 15x15 cm     ISBN: 978-3-9815805-5-6
Es ist erhältlich über http://www.babyzeichensprache.com/buchbest.php,
den Buchhandel und Ihre regionale Zwergensprache-KursleiterIn.

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Neuerscheinung: Gebärden-Bilderbuch zu den Tieren im Garten

Unser neues Gebärden-Bilderbuch „Mit Babyzeichen die Welt entdecken: Tiere im Garten“ aus Hartpappe ist kürzlich erschienen!

Es kann ab sofort über unsere Webseite http://www.babyzeichensprache.com/buchbest.php
als auch über Eure lokale Zwergensprache- Kursleiterin, den Buchhandel oder Amazon für Euro 8,99 bestellt werden.

Im ersten Band dieser Reihe werden 20 altersgerecht ausgewählte Gebärden auf Basis der Deutschen Gebärdensprache (DGS) mit Kinderfotos, einfachen Reimen und den schönen Illustrationen von Juliane Buneß vorgestellt. Gucklöcher fokussieren dabei auf das wesentliche Element der Gebärde (z.B. die Krabbelbeine beim Käfer).

Auf den letzten beiden der 22 Seiten finden Eltern und Fachleute die Möglichkeit, über QR-Codes Videos zu den Gebärden abzurufen.

Wir wünschen viel Spaß beim gemeinsamen Erkunden der Welt im Garten!

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Stiftung Lesen

Wir freuen uns! Die Stiftung Lesen empfiehlt die Zwergensprache für Babyzeichen-Kurse in ihrem aktuellen Newsletter der Lesestart Kampagne mit der Ausgabe Nr. 4/2014. Hier könnt Ihr den Bericht lesen und Euch auch für den Newsletter eintragen:
http://www.lesestart.de/fileadmin/daten/Lesestart/Newsletter/Lesestart-Newsletter_fuer_die_Eltern_4_2014.pdf
Das gemeinsame Bücheranschauen mit begleitenden Gebärden aus der DGS macht Kindern und Eltern gleichermaßen viel Spaß und lässt die Bilder und Texte lebendig werden.

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